Historische Wismut-Filme begeistern Besucher in Schneeberg
Großer Andrang beim Filmabend des Bergbautraditionsvereins Wismut in der Goldnen Sonne
Mit einem solchen Besucherinteresse hatte wohl niemand gerechnet: Der vom Bergbautraditionsverein Wismut e. V. gemeinsam mit der Goldnen Sonne Schneeberg vorbereitete Filmabend am 9. September 2026 wurde zu einem großen Erfolg. Anlass war das Jubiläum „555 Jahre Schneeberg“.
Ursprünglich sollte die Veranstaltung im kleinen Saal der Goldnen Sonne stattfinden. Doch bereits im Vorfeld zeichnete sich ein deutlich größeres Interesse ab. Kurzfristig musste deshalb in den großen Saal gewechselt werden. Und selbst dort reichten die Plätze schließlich nicht aus: Zusätzlich wurde die Empore geöffnet, damit alle Besucherinnen und Besucher die Veranstaltung verfolgen konnten.
Eine genaue Besucherzahl lässt sich im Nachhinein nur schwer beziffern. Sicher ist jedoch: Mehr als 200 Gäste waren dabei – nach Einschätzung mehrerer Besucher und angesichts des voll besetzten Saales einschließlich der Empore dürften es deutlich mehr gewesen sein.
Zwei Filme – ein Stück bewahrte Geschichte
Im Mittelpunkt des rund 100-minütigen Abends standen zwei historische Filme aus dem ehemaligen Filmstudio der SDAG Wismut in Schlema: „Berggeschichten“ aus dem Jahr 1970 und „Bergbaugeschichtliches“ aus dem Jahr 1984.
Die Aufnahmen führten die Zuschauer zurück in eine Zeit, die das Leben und die Entwicklung der Bergstadt Schneeberg und der gesamten Region nachhaltig geprägt hat. Historische Straßenzüge, der Bergbau und zahlreiche inzwischen verschwundene Ansichten sorgten im Publikum immer wieder für sichtbares Wiedererkennen.
Viele der gezeigten Bilder sind heute nicht nur Filmdokumente, sondern wertvolle Zeugnisse regionaler Zeitgeschichte.
Erinnerung an Richard Büschel
Ein wichtiger Teil des Abends war dem 2012 verstorbenen Richard Büschel gewidmet. Als Leiter des damaligen Wismut-Filmstudios war er eng mit der Entstehung und Bewahrung filmischer Zeugnisse aus der Region verbunden.
Sein Anliegen lässt sich mit einem Satz zusammenfassen:
„Ich wollte Geschichte bewahren.“
Gerade dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Denn die beiden Filme zeigen eindrucksvoll, welchen Wert historische Filmaufnahmen Jahrzehnte nach ihrer Entstehung besitzen können.
Auch für Andreas Rössel vom Bergbautraditionsverein Wismut, von dem die Initiative zu diesem Filmabend ausging, besitzt die Geschichte des Filmstudios eine persönliche Bedeutung. Als Jugendlicher gehörte er in den 1980er Jahren der Jugendfilmgruppe Schlema an und lernte dort unter Anleitung von Richard Büschel das Filmemachen kennen.
Passend dazu konnten die Besucher neben den Filmvorführungen auch historische Filmtechnik, originale Filmdosen, Fotografien und Dokumente betrachten. Darunter befanden sich Erinnerungsstücke aus der damaligen Jugendfilmarbeit und aus der Geschichte der Filmvorführung.
Prominente Gäste und viele Erinnerungen
Unter den Gästen konnten unter anderem Schneebergs Bürgermeister Ingo Seifert, Dr. Michael Paul, Geschäftsführer der Wismut GmbH, sowie Bianca Jockisch, neue Leiterin des Museums Uranbergbau, begrüßt werden.
Dr. Michael Paul richtete ein Grußwort an die Besucher und unterstrich damit zugleich die Verbindung zwischen der historischen Überlieferung und der heutigen Wismut.
Die ursprünglich vorgesehene Mitwirkung von Hermann Meinel, dem langjährigen Leiter des Museums Uranbergbau und ausgewiesenen Kenner der regionalen Bergbaugeschichte, war krankheitsbedingt leider nicht möglich. Bianca Jockisch, die neue Leiterin des Museums Uranbergbau sprang kurzfristig für ihn ein und erläuterte die Bedeutung solcher filmischen Zeitdokumente aus Sicht einer Museologin.
Ein Abend, der zeigte, wie lebendig Geschichte sein kann
Nach rund 100 Minuten endete eine Veranstaltung, die in dieser Größenordnung ursprünglich gar nicht geplant gewesen war. Besonders erfreulich waren die zahlreichen positiven Reaktionen. Viele Gäste blieben anschließend noch zu Gesprächen, tauschten Erinnerungen aus und berichteten von eigenen Erlebnissen aus Schneeberg, Schlema und der Zeit der Wismut.
Der unerwartet große Besucherandrang – vom kleinen Saal über den kurzfristigen Umzug in den großen Saal bis hin zur Öffnung der Empore – war wohl das deutlichste Zeichen dafür, wie groß das Interesse an der Geschichte unserer Region weiterhin ist.
Der Bergbautraditionsverein Wismut e. V. bedankt sich herzlich bei Denny Helmer und dem Team der Goldnen Sonne Schneeberg, bei der Wismut GmbH, der Bergstadt Schneeberg, allen Mitwirkenden und Helfern sowie insbesondere bei den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern.
Der Abend hat eindrucksvoll gezeigt:
Geschichte bewahren bedeutet nicht, sie nur im Archiv aufzubewahren. Geschichte bleibt lebendig, wenn wir sie wieder sichtbar machen, darüber erzählen und Erinnerungen miteinander teilen.
Glück auf!
Andreas Rössel
BTV Wismut
Bilder: Andreas Rössel, Dietmar Leupold, Stefan Seidel